KI Innovation Ausführung der Modelle am energie- und kosteneffizi- entesten realisiert werden kann. Gleichzeitig zeigt das System, wie sich unterschiedliche KI-Modellkonfigurati- onen und Hardwareoptionen auswirken. Hier können die verschiedenen Strategien zur Effizienzsteigerung einge- setzt werden. EAVE unterstützt fundierte Entscheidun- gen, die Leistung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren in Einklang bringen. Entscheidungs- träger können ihre Rechenzentren somit datenbasiert, ressourcenschonend und zukunftssicher steuern. Zu- dem können Unternehmen das Verhältnis von KI-Leis- tung zu Betriebskosten gezielt optimieren. ESCADE bei Saar Stahl: Spezialisiertes KI-Modell sorgt für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz In einer Kooperation mit der Stahl Holding Saar testet das Projektteam aus dem Forschungsbe- reich Smart Service Engineering um Professor Wolfgang Maaß die Praxistauglichkeit der For- schung. Ziel ist es, Stahlschrott zu sortieren, sodass daraus neuer Stahl gewonnen werden kann. Bisher nutzte das Unternehmen ein gro- ßes visuelles Modell zur Schrottsortierung. Die- ses wurde von den Forschenden komprimiert. Dadurch wurde das visuelle Modell nicht nur energieeffizienter, sondern zum Teil sogar leis- tungsfähiger. Anstelle des großen Allrounder- Modells, das viel Energie verbraucht, wird die Aufgabe nun also von einem kleinen, speziali- sierten KI-Modell ausgeführt. zu 90 Prozent verschlanken lassen. Außerdem nutzen die Forschenden die Methode der „Neuronalen Archi- tektursuche“. Während neuronale Netze für KI-Modelle normalerweise von Expertinnen und Experten manuell entworfen werden, übernimmt hier die KI selbst die- se Aufgabe: Sie identifiziert automatisch die optimale Architektur für den jeweiligen Anwendungsfall. Vor al- lem bei visuellen KI-Modellen, also solchen, die digitale Bilddaten verarbeiten, konnten die Forschenden bereits vielversprechende Erfolge erzielen. Aktuelle Projekter- gebnisse zeigen, dass sich Modelle auch auf diese Weise um bis zu 90 Prozent verkleinern lassen. Update für die Hardware Neben der Softwareoptimierung setzen die Forschen- den auch bei der Hardware an. Sie entwickeln Konzepte, um Neural Processing Units (NPUs) in GPU-basierten Rechenzentren zu integrieren. Dabei kommen neuro- morphe Chiptechnologien zum Einsatz. Diese orien- tieren sich, im Gegensatz zu klassischen KI-Chips, am Aufbau von menschlichen Gehirnen und deren Art, In- formationen aufzubereiten. Das Ergebnis sind Chips, auf denen KI-Modelle energieeffizient und leistungsstark betrieben werden können. Ein Tool, volle Transparenz: EAVE Mit dem Prototyp „EAVE – Energy-Analytics for Cost- Effective & Sustainable Operations“ haben die For- schenden ein Tool entwickelt, das Rechenzentren um- fassend überwacht und einen effizienten sowie nach- haltigen Betrieb ermöglicht. EAVE prognostiziert den Energieverbrauch, die CO₂-Emissionen sowie die Be- triebskosten eines KI-Modells und gibt einen Überblick darüber, in welchem Land und zu welchem Zeitpunkt die 17